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Immaterielles Kulturerbe des Landes Nordrhein-Westfalen
22.01.2015

Facebook-Freunde haben über Persiflagewagen abgestimmt

Die Facebook-Freunde des Kölner Karnevals haben entschieden: Zum Thema Meinungsfreiheit wird im Rosenmontagszug ein Persiflagewagen dabei sein, der der Sprache der Gewalt die Sprache der Satire und der Karikatur entgegensetzt. Erstmals hatten die kölschen Jecken in aller Welt die Möglichkeit, aktiv an der Auswahl der Entwürfe für einen Persiflagewagen mitzuwirken. „Über 170.000 Facebook-Nutzer haben die Meldung angesehen”, erklärt Zugleiter Christoph Kuckelkorn. „Davon haben sich über 7.000 an der Abstimmung aktiv beteiligt, auf den Sieger entfielen davon allein über 2.400 Stimmen. Außerdem gab es insgesamt über 300 Kommentare zu den Motiven. Das zeigt, wie sehr die Menschen das Thema bewegt.” Natürlich gab es auch kritische Kommentare, ob man sich im Karneval überhaupt mit den Anschlägen in Paris beschäftigen dürfe. „Dazu sagen wir ganz klar ja, denn die Angriffe waren ein Anschlag auf die Meinungsfreiheit – im Karneval auch bekannt als Narrenfreiheit. Wir machen im Rosenmontagszug immer wieder auf politische und gesellschaftliche Missstände aufmerksam. Dass dies geht, ohne Menschen bloßzustellen oder gar ihre religiösen Gefühle anzugreifen, zeigt der von den Facebook-Nutzern ausgewählte Wagen vorbildlich.”
Der Bau des Wagens hat unmittelbar nach dem Ende der Abstimmung begonnen, damit er rechtzeitig zum Rosenmontagszug fertig gestellt werden kann. Eine Anregung vieler Facebook-Kommentare wird dabei aufgenommen, wie Christoph Kuckelkorn erläutert: „Wir werden statt 'Ich bin Charlie' die kölsche Version 'Mir sin Charlie' verwenden. Ansonsten wird der Wagen so gebaut wie es die Wahl entschieden hat.” Derzeit ist noch nicht fixiert, welche Gesellschaft auf dem Wagen mitfahren wird. Dies wird erst in den nächsten Tagen entschieden, da bereits mehrere Gesellschaften Interesse gezeigt haben.